Die Digitalangebote in den Portfolios der PZ-Verlage kommen im Januar 2017 auf eine Bruttoreichweite von 375 Millionen. Gegenüber dem Dezember entspricht dies einem Plus von 18 Millionen oder fünf Prozent. Im Vergleich zum Januar 2016 – damals ging es wegen der „Kölner Silvesternacht“ auf den Nachrichtenseiten hoch her – ist der Zuwachs halb so hoch: rund neun Millionen, entsprechend 2,5 Prozent.

Bild.de und Focus online liegen im Januar 2017 fast gleichauf mit über 20 Millionen Unique Usern an der Spitze (Grafik unten). Chefkoch.de kann den dritten Platz, den es dank der Festtage im Dezember errungen hatte, erwartungsgemäß nicht halten. Die Rezeptseite fällt auf Platz 5 hinter Spiegel Online und Chip online zurück. Die Welt, gestärkt durch Integration von N24, verkürzt den Rückstand gegenüber Spiegel online auf rund eine halbe Million Nutzer. Jameda „Deutschlands größte Arztempfehlung“, verdrängt kaufda.de, die Site für digitalisierte Einkaufsprospekte, aus der Spitzengruppe der Top Twenty.

In den Veränderungen der Top Twenty (Grafik unten) erkennt man u.a. saisonale Effekte. So werden im Januar wegen des Wintersports mehr Wetterinformationen als im Dezember nachgefragt. Andererseits wird aus naheliegenden Gründen weniger gekocht und gebacken. So gewinnt Wetter.com fast 3,8 Millionen Nutzer mehr als im Vormonat, während Chefkoch.de gut 1,5 Millionen einbüßt. Die Ursachen des kräftigen Zuwachses bei Jameda haben vielleicht mit guten Vorsätzen zu tun – fällige Vorsorgeuntersuchungen werden wahrgenommen – vielleicht auch mit Arztbesuchen, die wegen der Feiertage aufgeschoben wurden. Dass die meisten Nachrichtenseiten zum dritten Mal in Folge ihre Reichweite steigern, ist bemerkenswert: Der November war nachrichtenstark wegen der US-Wahl, der Dezember wegen des Terroranschlags in Berlin, der Januar wegen der Amtseinführung Donald Trumps.

Im Vorjahrsvergleich der Top Twenty (Grafik unten) weisen zwei G+J-Angebote, Gala.de und Chefkoch.de, die höchsten Zuwächse auf. Kräftig um mehr als eine Million zulegen können auch Bunte.de, Chip online und Die Welt. Da zugleich Spiegel online gut eine Million Nutzer einbüßt, macht der Reichweiten-Swing zugunsten von Die Welt 2,1 Millionen aus. Wie erwähnt, ist dies aber nicht allein der Marktentwicklung geschuldet: Früherer N24-Traffic wird jetzt eben der Zeitungsmarke zugeschlagen. Neben Spiegel online weist mit Süddeutsche.de eine zweite Nachrichtensite ein Millionendefizit auf. Nicht auszuschließen, dass die Münchener ihre Paywall ein wenig undurchdringlicher gemacht haben.

Die Nachrichtenseiten sind zu einem wesentlichen Teil ereignisgetrieben, wie der Blick auf Zeitreihen führender Angebote erkennen lässt (Grafik unten). Hohe Reichweiten resultierten zum Beispiel im Juli und Dezember 2016 aus Amokläufen und Terroranschlägen. Aber auch Sonderfaktoren spielen eine Rolle. So gaben die Reichweiten von Spiegel online und Die Welt im Herbst nach dem jeweiligen Relaunch etwas nach. Und in jüngster Zeit profitiert Die Welt von früheren N24-Nutzern.