Die Auflagen der Publikumszeitschriften sind im 4. Quartal gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die insgesamt 437 bei PZ-Online erfassten Titel weisen eine Verkaufsauflage von 130 Millionen Exemplaren auf, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 3,5 Prozent. In dieser Rechnung sind auch Supplements als Verkäufe an Trägerobjekte enthalten sowie eine Reihe von Mitglieder- und Kundenzeitschriften.

Nimmt man die 30 führenden frei verkäuflichen Titel (Grafik unten), so beläuft sich deren Einbuße  gegen Vorjahr auf rund eine Million Exemplare oder 4,5 Prozent. Diese Spitzengruppe wird von vier Programmzeitschriften angeführt. Neben den Millionen-Sellern TV14, TV Digital, TV direkt und Hörzu kommt noch Bild am Sonntag auf eine Verkaufsauflage von mehr als einer Million.

Insgesamt verkaufte allein die Spitzengruppe der 30 auflagenstärksten Titel im 4. Quartal 21,2 Millionen Exemplare, davon 12,9 Millionen (61 Prozent) im Einzelverkauf und 6,2 Millionen (29 Prozent) im Abo. Daran sieht man, dass nach wie vor viel Paid Content im PZ-Markt realisiert wird – trotz der Einbußen im Zuge der Digitalisierung.

Dabei muss zusätzlich bedacht werden, dass der Blick auf die Top-Titel – egal ob 20, 30 oder 100 – stets ein zu tristes Bild des PZ-Marktes zeichnet. Das liegt daran, dass die Auflagen vieler etablierter Branchengrößen bröckeln, während die innovativen Neugründungen entweder noch gar nicht IVW-geprüft sind oder in relativ kleinen Nischenmärkten reüssieren. Mit der Individualisierung der Lebensstile geht ja seit langem eine zunehmende Fragmentierung der Medienmärkte einher. Die Zahl der Zeitschriften steigt Jahr um Jahr, während die durchschnittliche Auflage sinkt.

Unter der Top 30 verbessern nur vier Titel ihre Verkaufsauflage gegenüber dem 4. Quartal 2015 (Grafik unten): TV direkt, TV pur, Die Zeit und TV für mich. In manchen Fällen sinkt die gesamte Verkaufsauflage stärker als die “harte” Auflage aus EV und Abo. Das gilt etwa für den Stern, der gegen Vorjahr insgesamt 10,8 Prozent einbüßt, während die EV- und Abo-Auflage nur halb so stark um 5,4 Prozent schrumpft. Lesezirkel, Bordauflage und sonstiger Verkauf wurden gegenüber Vorjahr reduziert. Beim Segmentnachbarn Focus dreht die Veränderungsrate sogar leicht ins Plus, wenn man nur die “harte” Auflage betrachtet: Einem Minus von 4,2 Prozent beim Gesamtverkauf steht ein Plus von 0,5 Prozent bei EV und Abo gegenüber. Einen guten Überblick der Abo- und EV-Auflagen für hundert führende Titel bietet Jens Schröder bei Meedia.

Unter den Gewinnern sind viele Kinderzeitschriften

Unterhalb der Top 30 sind bei PZ Online insgesamt hundert kleinere Titel erfasst, die gegenüber dem Vorjahr ihre Verkaufsauflage steigern können. Die Grafik unten zeigt die Top 10 nach absolutem und relativem Zugewinn. Freizeit Exklusiv steigert seine Verkaufsauflage nach einer Umstellung der Erscheinungsweise von 14-täglich auf monatlich um über 66.000 Exemplare oder 85 Prozent. Den zweitgrößten absoluten Zuwachs verzeichnet Landidee mit einem Plus von gut 60.000 Exemplaren. Das entspricht 23 Prozent, was für einen Platz unter den Top 10 nach relativem Zugewinn nicht ganz ausreicht.

Auffällig ist die Häufung der Kinderzeitschriften unter den Gewinner-Titeln. Playmobil Pink, Dinosaurier, Lego Ninjago sowie Mia and me platzieren sich unter den Top 10 nach absolutem Zugewinn. Im Ranking der Prozent-Gewinner machen Hello Kitty Magazine und 5! Magazin das halbe Dutzend besonders wachstumsstarker Kinderzeitschriften voll.

PZ-Online bietet exklusive Auswertungsmöglichkeiten für Jahresdaten

Die neuen Auflagendaten stehen ab sofort bei PZ-Online zur Verfügung. Dabei bietet die Datenbank exklusiv die Möglichkeit, für alle Titel nicht nur das 4. Quartal zu analysieren, sondern auch mit einem Klick das ganze Jahr 2016 zu bilanzieren. Für 2003 bis 2016 kann man sich schneller als irgendwo sonst die Jahresdurchschnittswerte ausweisen lassen.